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Ergebnisse der FDP-Umfrage unter der Adliswiler Bevölkerung.
Adliswil, 4. November 2006
Kritische und konstruktive Hinweise durch die Umfrage der FDP Adliswil.
Die FDP Adliswil hat im September an alle 8'000 Haushaltungen in Adliswil einen Fragebogen verschickt. Die Rücklaufquote von 372 Einsendungen (4.7 Prozent) ist mehr als zufrieden stellend. Äusserst aussagekräftig sind die Resultate: Sie geben der FDP viele wichtige Hinweise, wie sie die Politik der nächsten Monate und Jahre gestalten kann. Dazu beigetragen haben nicht nur die Bewertungen der vorgegebenen Ziele, sondern auch die vielen individuellen Anmerkungen.
Der Fragebogen
Die FDP Adliswil wollte ihre eigenen sieben Legislaturziele von der Bevölkerung bewerten lassen: Die Partei wollte herausfinden, ob gewisse Ziele als wichtiger und dringender angesehen würden als andere. Zudem bot der Fragebogen die Möglichkeit, zu drei Fragen offen Stellung zu nehmen: Die FDP Adliswil wollte die Stimmenabstinenz ausloten und fragen, was dagegen aus Sicht der Bevölkerung getan werden könnte. Schliesslich machten viele der Befragten von der Möglichkeit Gebrauch, Hinweise über ihre persönlichen politischen Anliegen anzubringen.
Drei Gruppen von Zielen
Interessant ist die Gruppierung der Ziele in drei Teile: Eindeutig und mit Abstand an erster Stelle steht der Wunsch nach der Verbesserung der Verkehrssituation in Adliswil. Eine von der FDP vorgeschlagene Möglichkeit dafür ist die Nordumfahrung. Thematisch verwandt ist das am zweit höchsten bewertete Ziel: Die Verkehrsberuhigung der Adliswiler Innenstadt auf der Albisstrasse. In der zweiten Themengruppe sind die finanzpolitischen Anliegen zusammengefasst: Immer noch sehr hoch bewertet sind die massvolle Steuersenkung und die Senkung der Ausgaben im Sozialbereich. Die dritte Themengruppe steht klar am Schluss: Sie setzt sich aus nicht verwandten Zielen zusammen, nämlich der Forderung nach Tagesschulstrukturen an allen Adliswiler Schulen, nach einer Nacht-SZU und nach einer koordinierten Nutzung der bestehenden Saal-Infrastruktur.
Viele Hinweise
Bei den offenen Fragen gingen viele detaillierte Hinweise ein. Im Grossen und Ganzen lassen sich die Gründe, wieso viele Stimmberechtigte den Urnen fern bleiben, auf vier Punkte reduzieren: Desinteresse (Bequemlichkeit, ?es geht uns zu gut?, Faulheit), Resignation (?die machen eh, was sie wollen?, Versprechen werden von den Politikern nicht eingehalten), schlecht informiert (man kennt Kandidaten nicht, Vorlagen zu komplex), zu viele Abstimmungs- und Wahltermine (keine Zeit). Das Problem könnte aus Sicht der befragten Bevölkerung mit mehr Informationen, mehr konkreten Leistungen und Lösungen (und weniger ?Blabla? bzw. mehr Sache statt Politik, wie äusserst häufig zu lesen war) und mit mehr Praxisnähe und Relevanz gelöst werden. Versprechen, so eine ebenfalls oft gelesene Forderung, seien einzuhalten.
Was man sonst noch tun könnte
Bei der letzten offenen Frage sammelten sich wertvolle Hinweise für die politische Arbeit. Grundsätzlich wurde an dieser Stelle die Umfrage als probates Mittel gelobt, die Meinung der Bevölkerung zu erfahren und anschliessend auch darauf zu reagieren. Viele Befragte fordern mehr Informationen (nicht nur vor den Wahlen), zum Beispiel mit Anlässen oder durch die Lokalpresse. Einhellig wird klar festgehalten, dass politische Versprechen einzuhalten seien. Zur Stimmerleichterung wird oft E-Voting ins Feld geführt. Schliesslich votieren viele Befragte für eine direktere und häufigere Ansprache der jungen Bevölkerung ? eine Aussage, die nicht nur bei jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu finden ist. Oft wurde die Frage geäussert, was denn an den Schulen für das Demokratieverständnis und die Förderung der politischen Teilnahme getan werde.
Die üblichen Widersprüche
Natürlich ist ein Ergebnis einer solchen Umfrage nicht ohne Widersprüche zu lesen. So fordern zwar viele mehr Informationen, einige finden aber auch, dass bereits zuviel informiert werde. Viele fordern mehr Anlässe mit politischen Exponenten, einige meinen aber, dass bereits zu viele Veranstaltungen durchgeführt würden. Kritisiert wird etwa gleich häufig die bürgerliche Zusammenarbeit zwischen SVP und FDP und gleichzeitig wird mehr Dialog und Konsens-Bereitschaft zwischen diesen Parteien gefordert. Diese Widersprüche zeigen aber auch, dass die Teilnehmenden nicht aus einer einzigen politischen Ecke stammen: So werden linke und rechte Anliegen aufgelistet, was eindeutig auf einen heterogenen Teilnehmerkreis schliessen lässt. Ebenfalls spannend ist der Widerspruch, einerseits gut aufgearbeitete Information zu fordern, andererseits zu kritisieren, die Parteien sollen keine PR-Berater anstellen...
Was nun?
Die FDP Adliswil kann mit den Angaben den Kurs der nächsten Zeit mitbestimmen. So müssen die hoch bewerteten Ziele entsprechende Priorität geniessen. Als erstes wird die Partei anfangs 2007 eine Informationsveranstaltung zur Sozialhilfe durchführen und daraus konkrete Schritte ableiten. Zudem wird sie die lokale Einführung von E-Voting und die politische Ausbildung an der Oberstufe prüfen. Der Verkehrsplanung wird die FDP schliesslich höchste Priorität einräumen. Hier ist die qualitative Aufwertung der Stadt vor die quantiative Entlastung zu stellen. Entsprechende Schritte wird die Partei in den nächsten Monaten ausarbeiten und der Bevölkerung kommunizieren. Das heisst natürlich nicht, dass nun die andern, tiefer bewerteten Ziele völlig aus den Augen gelassen würden: Es geht bei dieser Bewertung um die Priorität. Schliesslich und endlich muss es auch das Ziel der FDP sein, mehr Leute für einen Urnengang zu begeistern. Die nächsten Wahlen und Abstimmungen werden es zeigen, ob die Bemühungen Früchte tragen werden.
Was bringts der FDP?
Mit der Umfrage hat die FDP mehrere Ziele verfolgt: Zuallererst soll die Bevölkerung aktiv am politischen Prozess teilnehmen können, die Auswertung wird eine direkte Relevanz zur Arbeit der FDP zeigen. Zweitens konnte die FDP auf diese Art über ihre Ziele reden und so über ihre politische Arbeit aufklären. Das ist Werbung für die FDP und ihre konkrete Arbeit. Schliesslich dient eine solche Umfrage der Positionierung der Partei, sie kann damit zeigen, dass sie neue Wege geht, um in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten. Nicht zu vergessen ist schliesslich das Zeichen, dass Politik vielleicht doch nicht so abgehoben ist, dass Politikerinnen und Politiker nicht immer nur machen, was sie wollen. Der FDP Adliswil ist dieses Zeichen wichtig, und sie wird alles daran setzen, um der Bevölkerung zu beweisen, dass sie deren Anliegen sehr ernst nimmt.
Und schliesslich: Drei Gewinner!
Mit der Umfrage war ein Wettbewerb verbunden. Drei Gewinner wurden gezogen, sie können die folgenden Preise entgegen nehmen: Barbara Bach, Bünistrasse: Getränkegutschein von Bösch Getränke, Adliswil, im Wert von CHF 250 Walter Näf, Neugutstrasse: Essensgutschein im Restaurant Krone, Adliswil, im Wert von CHF 250 Nicola Diaz, Werdstrasse: iPod Nano im Wert von CHF 219.
Auswertungsdokumentation als PDF-Datei

Parteipräsident Peter Werder (rechts) und Vizepräsident Mario Senn (links)
orientieren die Medien über die Ergebnisse der Umfrage.
Angeregte Gespräche anlässlich der Medienorientierung.
Stadtpräsident Thomas Heiniger (links) und Parteipräsident Peter Werder
(rechts) mit den drei Gewinnern der Wettbewerbspreise.


